„Pflege der Musik, das ist die Ausbildung der inneren Harmonie“. Dieser Satz von dem chinesischen Philosophen Konfuzius (551-479) zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Musik und unser Empfinden seit Jahrtausenden präsent ist. Schon unsere Urahnen nutzten die Kraft der Klänge auf unseren Organismus.


Musik und der Mensch – Was ist Musik und wie beeinflusst sie uns?

„Pflege der Musik, das ist die Ausbildung der inneren Harmonie“. Dieser Satz von dem chinesischen Philosophen Konfuzius (551-479) zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Musik und unser Empfinden seit Jahrtausenden präsent ist. Schon unsere Urahnen nutzten die Kraft der Klänge auf unseren Organismus. Zum Beispiel galt Orpheus in der Antike als Schöpfer der Musik und des Tanzes und ihm wurde nachgesagt, dass er sowohl Menschen wie Tiere und Pflanzen mit seinen Gesängen berührte. Sogar Steine soll er mit seiner Musik zum Weinen gebracht haben. Schaut man in der Bibel nach, wird auch hier die Verbindung zwischen Musik und Emotionen dargestellt. Ein bekanntes Beispiel ist die Erzählung von König Saul und David: König Saul lässt nach David rufen, damit dieser ihn mit seinem Spiel auf der Kinnor (ein Zupfinstrument) wieder aufmuntern kann. Emotionen sind also ein starkes Bindeglied zwischen der Musik und dem Menschen. Es gibt allerdings nicht nur eine Antwort auf die Frage nach Musikwahrnehmung und Emotionen, denn diese ist von mehreren Faktoren abhängig. In welcher Form wird die Musik wahrgenommen? Als vertonten Text, Oper mit konkreter Handlung oder Instrumentalmusik? Oder in welcher Art wird die Musik empfangen und erlebt? In einem Konzert oder nur „nebenbei“? All das ist von Bedeutung. Was allerdings ist Musik?

Das Wort Musik stammt von dem griechischen Wort musiké, aber auch Kulturen vor und parallel mit der griechischen Kultur hatten Musik. Heute wird Musizieren und Musikhören von einem Großteil der Deutschen als ihre wichtigste Freizeitbeschäftigung angegeben. Fragt man allerdings nach, was genau Musik ist, wird man wahrscheinlich genauso viele Antworten bekommen wie die Anzahl der Befragten. Denn was Musik ist, ist schwer zu sagen. Zum einen hat Musik sich über mehrere Jahrhunderte entwickelt. Das hat wiederrum dazu geführt, dass sich die Definition von Musik grundlegend, und auch in viele verschiedene Richtungen, verändert hat. Hinzu kommt auch, dass viele Kulturen kein Wort für Musik im allgemeinen Sinne haben, sondern nur für unterschiedliche musikalische Aktivitäten. Bis heute ist es schwierig eine Definition zu finden, die die unterschiedliche Musikrichtungen und interkulturelle und historische Aspekte von Musik berücksichtigt. 
Möchte man es einfach machen, könnte man die Definition von Musik ganz auf das klangliche Material beschränken, wie es oft in Lexika gemacht wird. Musik wird hierbei als eine strukturierte Reihe von ausgewählten Elementen wie Tonsysteme, Tonleiter, Töne, Intervalle und Rhythmus definiert. Viele Kulturen haben jedoch eine sehr unterschiedliche Vorstellung von zum Beispiel Dissonanz und Konsonanz, einfach gesagt was gut und was schlecht klingt, oder von Melodie und Harmonie. Auch im Verlauf der Geschichte war die Definition dieser Begriffe im ständigen Wandel. Außerdem fehlt der kommunikative Aspekt von Musik oft in der Lexikon-Definition. Musik ist ein Teil von zahlreichen sozialen Kontexten, in denen die Musik oft spezifische Funktionen übernimmt. Zum Beispiel Wiegelieder: diese dienen der Bindung zwischen Eltern und Kind, dadurch, dass das Singen zu einem erhöhten Glücksgefühl führt (aufgrund der dabei ausgeschütteten Endorphine). Diese Glücksgefühle können wiederrum beim gemeinschaftlichen Hören die Bindung zwischen den Hörern intensivieren. Ein anderes Beispiel für die Verstärkung der Bindung sind zum Beispiel Nationalhymnen oder Fußballgesänge. Die Musik wird hierbei durch das gemeinsame Singen zu einem Förderer der Gruppenidentität. Auch bei der Motivation von Gruppen kann die Musik eine wichtige Funktion übernehmen. Spinnerlieder oder Dreschegesänge sind Beispiele hierfür. Ein anderer wichtiger Aspekt bei der Frage was Musik ist, ist auch die subjektive Meinung des Einzelnen: Das was der Komponist als Musik komponiert hat, ist für den Hörer vielleicht nur Lärm. Vielleicht ist für ihn Vogelgezwitscher Musik, oder der Klang von Wellen in der Brandung. Ist es Musik oder einfach nur Schall? Wie verhält es sich mit außereuropäischer Musik, mit unbestimmten Tonhöhen, oder elektroakustischer Musik, mit komplexen Klängen? Musik oder nicht? Die Definitionen von Musik in unseren Lexika aus den letzten Jahrhunderten gehen sehr stark von einer westlichen Sichtweise von Musik aus. Also vielleicht nur eine theoretische Fiktion oder kulturspezifische Konstruktion? Die Definition von Musik ist schwierig. Wie wäre es mit: Musik ist eine inhaltlich überdachte Kunstdisziplin die durch Klang und Stille über eine gewisse Zeitspanne, in einem sozialen und kulturell abhängigen Kontext, zum Ausdruck kommt?


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